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Schüler mit Hauptschulabschluss sind oft benachteiligt,
wenn sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben; ihre Mitbewerber
haben häufig einen mittleren Bildungsabschluss oder sogar
Abitur. Doch es hilft nichts, deshalb zu resignieren, Initiativen
zur Verbesserung der Startchancen in den Beruf sind gefragt.
Ein Programm wie LOS (Lokales Kapital für soziale Zwecke)
kommt Rektor Werner Hillen von der Edith-Stein-Schule da gerade
recht. Er organisierte ein Wochenendseminar in der Jugendherberge
Dreisbach mit dem Ziel, diese benachteiligten Jugendlichen
für den Start in das Berufsleben fit zu machen: Coolness-,
Benimm- und Bewerbertraining stehen auf dem Programm.
Am Freitag, dem 20. Mai, starten dann 5 Jungen und 5 Mädchen
aus der Klassenstufe 8 zusammen mit der Lehrerin Manuela Grell
und Rektor Werner Hillen nach Dreisbach. Schon kurz nach der
Ankunft beginnt das dreitägige Seminar.
Das Trainingsprogramm von Frau Gewlita-Penninger, Diplom-Sozialarbeiterin,
heißt "Fitnesstraining zum Cool bleiben".
Nach einer Aufwärm- und Schnupperphase geht es dann gleich
zur Sache: Die Schüler werden in der Wahrnehmung anderer
Personen geschult, Rollenspiele schließen sich an. Wie
reagiere ich auf provozierendes Verhalten? Lasse ich mich
zur Marionette machen? Wie gehe ich an provozierenden Personen
vorüber? Wie entgehe ich Provokationen? Dies sind nur
einige der Fragen, die die Schülerinnen und Schüler
sehr stark motivieren, eine Lösung zu finden. Durch den
Einsatz von Videoaufnahmen werden sie zudem in die Lage versetzt,
ihr eigenes Verhalten besser zu beurteilen. - Als sie dann
am Abend ihr Zertifikat von der Trainerin erhalten, sind sie
schon ein wenig stolz auf ihre Leistungen an diesem Tag. Nach
einem reichhaltigen Abendessen wandern wir dann noch gemeinsam
zur 6 km entfernten Cloef, von wo wir noch den Blick auf die
Saarschleife genießen.
Am folgenden Tag ist wieder harte Arbeit angesagt. Mit einem
Benimm-Seminar wartet Heike Holz um 9.00 Uhr auf die Truppe.
Zunächst stehen grundlegende Einführungen auf dem
Programm, z.B.: Welche Vorteile habe ich, wenn ich gute Umgangsformen
besitze? Was gehört zu einem gepflegten Aussehen? Dann
werden fast alle Bereiche des Lebens abgeklopft: Gutes Benehmen
zu Hause, im Kino, im Bus, bei Freunden, beim Telefonieren,
beim Begrüßen, um nur einiges zu nennen. Rollenspiele
und Videoaufnahmen dienen auch hier zur besseren Motivation
der Jugendlichen und zur besseren Sicherung des Gelernten.
Der letzte Tag des Wochenendseminars, der Sonntag, steht unter
dem Thema Bewerbung und Bewerbungstraining, denn es dauert
nicht mehr allzu lange, bis es für die Jugendlichen ernst
wird. Marion Bredebusch ist die Referentin und Trainerin dieses
Tages. Mit Hilfe von Kärtchen motiviert sie die Jugendlichen
über ihre derzeitige Situation und über ihre Zukunftsperspektiven
zu sprechen. Anschließend arbeiten sie mit einer Bewerbungsmappe.
Sie hilft den Schülern, ihre eigenes Qualifikationsprofil
zu erstellen, Stärken und Schwächen zu erkennen,
Voraussetzungen für die richtige Berufsfindung. Einen
großen Raum nehmen die Bewerbungsschreiben ein, von
denen gute und schlechte Beispiele ausführlich diskutiert
werden. Den Abschluss dieses Tages bilden Bewerbungsgespräche,
denen sich jeder Teilnehmer unterziehen muss. Auch hier hilft
die Videokamera Fehler ausfindig zu machen.
Am Sonntagabend ging ein arbeitsreiches Wochenende für
die Schüler zu Ende. Sie waren jedoch einstimmig der
Meinung, dass sie viel gelernt haben und dass sie ihren Klassenkameraden
auch ein solches Seminar empfehlen würden. Drei Zertifikate
können sie zukünftig nun ihren Bewerbungen beifügen,
die ihre Chancen beim Start ins Berufsleben verbessern dürften.
Die Referentinnen waren begeistert von der Mitarbeit der Jugendlichen.
Sie lobten die Kondition und die Motivation der Schüler,
die schließlich während ihrer Freizeit 8 Stunden
intensiv gearbeitet haben. Frau Bredebusch bringt es auf den
Punkt: "Tolles Projekt - tolle Jugendliche!"
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