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SOL Februar 2007

Das Streben nach Glück
- Von SOL-Redakteurin Sylvia Bach -

Es hätte wirklich Schlimmeres auf dem kleinen Zettelchen in Stefans Glückskeks stehen können: „Heute wendet sich dein Schicksal zum Guten.“ Aber vielleicht steckt in den kleinen dicken Keksen, die man eigentlich nur aus dem Chinarestaurant kennt doch ein Fünkchen Wahrheit? Das Knacken der Kekse ist der Auftakt zu einem ganz besonderen Tag. Stefan ist dafür extra aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Saarbrücken gekommen. Der 41-Jährige ist einer von insgesamt acht Teilnehmern des Glücksseminars von Marion Bredebusch. Die Pädagogin hat sich vor drei Jahren mit ihrem Institut für Gender, Moderation und Kommunikation selbstständig gemacht.

Im Glücksseminar sollen ihre Gästen jeder für sich erkennen, wie zufrieden sie mit ihrem Leben wirklich sind. Stefan hofft durch das Seminar „seine Lebensqualität zu verbessern – auch und vor allem außerhalb des Berufs. Und um mir ganz persönlich mal wieder etwas Gutes zu tun“. Dafür sorgt schon die Verpflegung: Glückstee und Schokolade.

Subjektives Wohlbefinden

Wissenschaftler definieren Glück als „subjektives Wohlbefinden“. Es kommt also auf einen selbst an, wie man seine Gefühle interpretiert. Ist das Glas noch halb voll oder doch schon halb leer? Bin ich wirklich so unglücklich, wie ich die ganze Zeit dachte? Diese Frage erarbeiten die Teilnehmer anhand von Übungen, Fragebögen und Diagrammen. Die ganz persönliche Standortbestimmung ist wichtig, um die eigenen Probleme zu erkennen und angehen zu können.

Essen für ein fröhliches Gemüt

Doch bevor es daran geht, wartet in der Mittagspause ein „Glücksmenü“. Denn nicht nur positive Gedanken, auch das richtige Essen kann die Glückhormone des Körpers anregen. Erster Gang: Eine Fleischpastete mit Quittenchutney, Kürbissprossen und Weizenkeimlingen. Fleisch, Früchte und Sprossen machen glücklich. Auch der Hauptgang ist ganz auf das subjektive Wohlbefinden der Gäste abgestimmt: Rindergulasch, gewürzt mit Zimt, Eierspätzle mit Muskatnuss und ein Tofubratling. Hier sorgen das Eiweiß und glücksbringende Gewürze für ein gutes Gefühl. Der finale Hefekringel beeinflusst die Happy-Hirnregionen und das Gedächtnis mit frischem Obst. Besonders effektiv ist hier die Banane. Die Dekoration mit frischer Minze hat positiven Einfluss auf das Gedächtnis.

Die gemeinhin bekannte glücklichmachende Wirkung von Schokolade untersuchen die Teilnehmer selbstlos am eigenen Leibe. Als kleiner Zwischensnack wartet eine Schokoladen-Degustation. Die sehr kakaohaltigen dunklen Tafeln und Täfelchen sind verfeinert mit glücksbringenden Zutaten und Gewürzen wie Chili, Mohn, Kardamon, Zimt, Anis, Kreuzkümmel, Ingwer und schwarzem Tee.

Aus Problemen Gold machen

Durch die Bestandsaufnahme in Sachen Glück wissen die Teilnehmer jetzt auch um die Dinge, die sie unglücklich machen. Durch Übungen lernen sie jetzt positiv zu denken – vor allem über Dinge, die sie nicht ändern können. Durch Techniken wie Affirmation versuchen sie, ihre Probleme in Glück zu verwandeln. Marion Bredebusch: "Affirmationen sind positive Glaubenssätze. Sie gehen davon aus, dass jeder Mensch seines Glückes Schmied ist, so wie auch schon der römische Kaiser Marcus Aurelius gesagt hat: Das Leben eines Menschen ist das, was seine Gedanken daraus machen.” Denkt eine Frau zum Beispiel, sie sei zu dick, lautet die Affirmation: "Ich bin schlank“. Ähnlich dem Placebo-Effekt belegen wissenschaftliche Studien zumindest den Einfluss dieser Denkweise auf den Menschen.

Glücklichsein lernen

Ist man nach dem Seminar ein glücklicherer Mensch? Stefan hat auf jeden Fall vor, ab jetzt "mehr Glück in seinen Alltag zu bringen“. Er nimmt vor allem „Kniffe, um mir mein Wohlbefinden zu organisieren“ mit nach Hause. Was er sonst noch an diesem Tag gelernt hat? "Aus dem Alltag rauszutreten und zu schauen, wo ich bin und wo ich hin will“.

Die nächsten Glücksseminare finden am Pfingstsonntag, dem 27. Mai, und am Samstag, den 21. Juli, statt. Der Preis für das eintägige Seminar mit Mittagessen und Schokoladen-Degustation beträgt 130 Euro pro Pers

nformieren und anmelden können sich Interessierte direkt beim GMK-Institut unter www.institut-gmk.de.

 

 

 

 

 

 

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