Um Mindestlöhne und Bankenkrise, Spitzensteuersätze und aktive Einbindung
der Bürger ins Wahlprogramm ging es beim "Abend mit Heiko Maas" in Illingen. Maas diskutierte
mit den zahlreichen Gästen.

Bürger im Gespräch mit Heiko Maas. Foto: Eva Tybl-Schmitt
Von SZ-Mitarbeiterin Eva Tybl-Schmitt
Illingen. Als sehr diskussionsfreudig erwiesen sich die Gäste, die in großer Zahl der Einladung
von Heiko Maas ins Illinger Pfarrheim gefolgt waren. Dem SPD-Kandidaten um das Amt des saarländischen
Ministerpräsidenten wurden viele Fragen gestellt und Anregungen mit auf den Weg gegeben. Genau
darum ging es bei der Veranstaltung mit dem Titel "Ein Abend mit Heiko Maas".
Der SPD-Landesvorsitzende tingelt zurzeit durch alle Gemeinden im Saarland und fordert zum
"Mitschreiben am Wahlprogramm" auf. "Jeder Saarländer soll sich für die Zukunft des Landes
mitverantwortlich fühlen." Das Schwerpunktthema in Illingen lautete: "Gute Arbeit". Der Anteil der
so genannten prekären Beschäftigung, also Zeit-, Frist- oder Minijobs, die meist durch Niedriglöhne
gekennzeichnet sind, sei im Saarland besonders hoch, so Maas. Er plädierte für Mindestlöhne, was
mit großem Applaus quittiert wurde.
Bauunternehmer Gerd Schneider stellte heraus: "Wenn Mindestlöhne, dann für alle Bereiche!"
Egon Gilla aus Welschbach schlug vor, den Spitzensteuersatz zu erhöhen. "Die SPD ist an der
dreimaligen Senkung in den vergangenen zehn Jahren nicht ganz unschuldig." Das Problem sei nicht
der nominale Steuersatz, erwiderte Maas, sondern die zahlreichen "Schlupflöcher", diesen Steuersatz
zu umgehen. Daran müsse gearbeitet werden. Natürlich war auch die Bankenkrise Gegenstand der
Diskussion. Christian Petry, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbandes Illingen, berichtete, dass
nicht nur die kleineren und mittleren Betriebe keine Kredite bekommen, sondern auch die Kommunen
von der Zurückhaltung einiger Banken betroffen seien: "Die Banken haben Geschäfte mit Geld gemacht,
das es gar nicht gab." Der Vorsitzende der Saar-SPD findet es "richtig, was die Bundesregierung
jetzt getan hat". Helmut Grob vertrat die Ansicht: "Der Soli sollte abgeschafft werden. Dann
hätten die Leute auch mehr Geld in der Tasche."
Auch das Konjunkturprogramm war Thema der Diskussionsrunde. "Das Programm allein hilft auf
Dauer nicht. Die Rahmenbedingungen müssen auf lange Sicht verbessert werden", sagte der SPD-Frontmann.
Moderatorin Marion Bredebusch gab der Veranstaltung Struktur, indem sie die Fragen nach Themenblöcken
sammelte. Im Anschluss lud sie zum persönlichen Gespräch mit Heiko Maas ein. Das Angebot wurde rege
genutzt. "Die Vorschläge wurden mitgeschrieben und werden beim Landesparteitag im Mai in das Wahlprogramm
einfließen", versicherte Maas.
Quelle: SZ, 10.2.2009
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