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Saarbrücker Zeitung, 10.10.2008

Durch Weiterbildung punkten

Wirtschaft und Verbände tauschten sich über Qualifizierungsoffensive aus.

Im Festo-Lernzentrum Rohrbach trafen sich Vertreter von Verbänden, der Verwaltung und Wirtschaftsunternehmen anlässlich der Qualifizierungsoffensive „Weiter durch Bildung“ der Bundesagentur für Arbeit.



Hans-Hartwig Felsch, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland, Marion Bredebusch, Moderatorin, Alicia Daniels als Schmetterling, der als Kampagnensymbol dient, Lothar Kuntz, Info-Institut Saarbrücken, und Alfred Ermers, Leiter Festo-Lernzentrum in Rohrbach (von links) bei der Auftaktveranstaltung in Rohrbach. Foto: SZ/privat

Rohrbach. „Wer sich nicht weiterbildet, tritt auf der Stelle.“ Mit dieser Botschaft hat der saarländische Ringer Jan Fischer, amtierender deutscher Meister im griechisch-römischen Stil bis 84 Kilo, am vergangenen Donnerstag seine Erfahrungen aus dem Sport in die Arbeitswelt übertragen.

Im Festo-Lernzentrum in Rohrbach sprach er gemeinsam mit Vertretern der Agentur für Arbeit Saarbrücken im Rahmen der Qualifizierungsoffensive „Weiter durch Bildung“ vor Mitarbeitern von Unternehmen, Verbänden und Verwaltungen. „So wie Sportler ihre Leistung stetig steigern müssen, wenn sie erfolgreich sein wollen, sollten alle Arbeitnehmer versuchen, ihr Potenzial auszuschöpfen“, sagte Fischer. Weiterbildung bringe viele Vorteile, betonte auch Hans-Hartwig Felsch, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland. Der Arbeitsplatz werde sicherer, die Motivation steige, und die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt würden erhöht. Vor allem Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer könnten durch Weiterbildung punkten. Felsch: „Wir wollen nicht erst eingreifen, wenn jemand arbeitslos wird. Wir wollen Prävention statt Reparatur leisten. Mit Weiterbildung kann man nicht verlieren, nur gewinnen.“

Neue Umfrage

Das bestätigt die von der Bundesagentur für Arbeit in Auftrag gegebene forsa-Befragung „Weiter durch Bildung“. Demnach legen Arbeitgeber Wert darauf, dass sich ihre Mitarbeiter weiterentwickeln. Neun von zehn befragten Chefs halten regelmäßige Qualifizierung für „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Vor allem im Dienstleistungsgewerbe, im Handel und im verarbeitenden Gewerbe sind die Unternehmen darauf angewiesen. Deshalb locken viele Chefs mit besonderen Anreizen: Von den Arbeitgebern, die ihren Mitarbeitern Weiterbildung anbieten, übernehmen 75 Prozent die dabei entstehenden Kosten. Genauso viele Chefs stellen eine langfristige Sicherung des Arbeitsplatzes in Aussicht. 68 Prozent versprechen mehr Verantwortung oder beruflichen Aufstieg. Außerdem stellt jeder zweite Arbeitgeber seine Mitarbeiter für Qualifizierungsmaßnahmen bezahlt frei.

Wie dringlich Weiterbildungsmaßnahmen angesichts des demografischen Wandels und der Nachbarschaft zu Luxemburg besonders für Arbeitnehmer und Unternehmen im Saarland sind, erläuterte Lothar Kuntz vom Info-Institut in Saarbrücken. Bis 2030 sei im Saarland ein Rückgang von 18,5 Prozent bei der schulpflichtigen Bevölkerung zu erwarten. Dadurch seien Lücken bei der Besetzung von Stellen programmiert. Zumal Luxemburg nach wie vor zahlreiche Fachkräfte aus dem Saarland anziehe. Allein innerhalb eines Jahres habe das Großherzogtum 11 000 neue Stellen für Grenzpendler geschaffen.

Als Unternehmensvertreter stellte Alfred Ermers die Überlegungen der Firma Festo zur zentralen Bedeutung der Weiterbildung für den Unternehmenserfolg dar. Er betonte, dass ein technologiebasierter, international tätiger Betrieb unbedingt auf eine ständige, die Marktveränderungen aufnehmende Weiterbildung angewiesen ist. „Sonst ist man schnell aus dem Wettbewerb verdrängt“, so Ermers. „Unsere Weiterbildung ist strategisch ein unschätzbarer Vorteil gegenüber anderen Marktteilnehmern und hält uns konkurrenzfähig.“

Die deutschlandweite Qualifizierungsoffensive „Weiter durch Bildung“ der Bundesagentur für Arbeit soll sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern die Vorteile von Weiterbildung vermitteln: Wettbewerbsvorteile und Innovationskraft für die Unternehmen, Zusatzqualifikationen und Aufstiegschancen für Arbeitnehmer.red

Quelle: SZ, St. Ingbert S. C 6 10.10.2008


 

 

 

 

 

 

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