Im Festo-Lernzentrum Rohrbach trafen sich Vertreter von Verbänden, der Verwaltung und
Wirtschaftsunternehmen anlässlich der Qualifizierungsoffensive „Weiter durch Bildung“ der
Bundesagentur für Arbeit.

Hans-Hartwig Felsch, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland, Marion Bredebusch, Moderatorin,
Alicia Daniels als Schmetterling, der als Kampagnensymbol dient, Lothar Kuntz, Info-Institut
Saarbrücken, und Alfred Ermers, Leiter Festo-Lernzentrum in Rohrbach (von links) bei der
Auftaktveranstaltung in Rohrbach. Foto: SZ/privat
Rohrbach. „Wer sich nicht weiterbildet, tritt auf der Stelle.“ Mit dieser Botschaft hat der
saarländische Ringer Jan Fischer, amtierender deutscher Meister im griechisch-römischen
Stil bis 84 Kilo, am vergangenen Donnerstag seine Erfahrungen aus dem Sport in die
Arbeitswelt übertragen.
Im Festo-Lernzentrum in Rohrbach sprach er gemeinsam mit Vertretern der Agentur für Arbeit
Saarbrücken im Rahmen der Qualifizierungsoffensive „Weiter durch Bildung“ vor Mitarbeitern
von Unternehmen, Verbänden und Verwaltungen. „So wie Sportler ihre Leistung stetig steigern
müssen, wenn sie erfolgreich sein wollen, sollten alle Arbeitnehmer versuchen, ihr Potenzial
auszuschöpfen“, sagte Fischer. Weiterbildung bringe viele Vorteile, betonte auch
Hans-Hartwig Felsch, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland. Der Arbeitsplatz werde sicherer,
die Motivation steige, und die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt würden erhöht. Vor allem
Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer könnten durch Weiterbildung punkten. Felsch:
„Wir wollen nicht erst eingreifen, wenn jemand arbeitslos wird. Wir wollen Prävention statt
Reparatur leisten. Mit Weiterbildung kann man nicht verlieren, nur gewinnen.“
Neue Umfrage
Das bestätigt die von der Bundesagentur für Arbeit in Auftrag gegebene forsa-Befragung
„Weiter durch Bildung“. Demnach legen Arbeitgeber Wert darauf, dass sich ihre Mitarbeiter
weiterentwickeln. Neun von zehn befragten Chefs halten regelmäßige Qualifizierung für „wichtig“
oder „sehr wichtig“. Vor allem im Dienstleistungsgewerbe, im Handel und im verarbeitenden Gewerbe
sind die Unternehmen darauf angewiesen. Deshalb locken viele Chefs mit besonderen Anreizen: Von den
Arbeitgebern, die ihren Mitarbeitern Weiterbildung anbieten, übernehmen 75 Prozent die dabei
entstehenden Kosten. Genauso viele Chefs stellen eine langfristige Sicherung des Arbeitsplatzes
in Aussicht. 68 Prozent versprechen mehr Verantwortung oder beruflichen Aufstieg. Außerdem stellt
jeder zweite Arbeitgeber seine Mitarbeiter für Qualifizierungsmaßnahmen bezahlt frei.
Wie dringlich Weiterbildungsmaßnahmen angesichts des demografischen Wandels und der Nachbarschaft zu
Luxemburg besonders für Arbeitnehmer und Unternehmen im Saarland sind, erläuterte Lothar Kuntz vom
Info-Institut in Saarbrücken. Bis 2030 sei im Saarland ein Rückgang von 18,5 Prozent bei der
schulpflichtigen Bevölkerung zu erwarten. Dadurch seien Lücken bei der Besetzung von Stellen programmiert.
Zumal Luxemburg nach wie vor zahlreiche Fachkräfte aus dem Saarland anziehe. Allein innerhalb eines Jahres
habe das Großherzogtum 11 000 neue Stellen für Grenzpendler geschaffen.
Als Unternehmensvertreter stellte Alfred Ermers die Überlegungen der Firma Festo zur zentralen
Bedeutung der Weiterbildung für den Unternehmenserfolg dar. Er betonte, dass ein technologiebasierter,
international tätiger Betrieb unbedingt auf eine ständige, die Marktveränderungen aufnehmende
Weiterbildung angewiesen ist. „Sonst ist man schnell aus dem Wettbewerb verdrängt“, so Ermers. „Unsere
Weiterbildung ist strategisch ein unschätzbarer Vorteil gegenüber anderen Marktteilnehmern und hält uns
konkurrenzfähig.“
Die deutschlandweite Qualifizierungsoffensive „Weiter durch Bildung“ der Bundesagentur für Arbeit soll
sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern die Vorteile von Weiterbildung vermitteln: Wettbewerbsvorteile
und Innovationskraft für die Unternehmen, Zusatzqualifikationen und Aufstiegschancen für Arbeitnehmer.red
Quelle: SZ, St. Ingbert S. C 6 10.10.2008
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