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Den meisten Ärger in Unternehmen gibt es, wenn sich
Frauen und Männer in der Arbeit nicht verstehen. Doch
Abhilfe ist möglich, erklärten Fachleute bei einer
Veranstaltung des Arbeitskreises Wirtschaft.
Saarbrücken. Am Dienstagabend in der BMW-Niederlassung
Saarbrücken: Ein Mann und eine Frau sitzen in einem der
schicken dort ausgestellten Autos. Er redet von ABS, Airbag
und Alufelgen. Sie von der schönen Farbe und dem geräumigen
Kofferraum - was man eben gemeinhin unter einem klassischen
Dialog zwischen Mann und Frau versteht.
Dann steigen Martin Conrath und Marion Bredebusch, beide
Kommunikationstrainer, aus und erläutern den Gästen
im Raum, warum Autos und Kommunikation viel miteinander zu
tun haben, wie und warum Frauen und Männer völlig
unterschiedlich kommunizieren und welche Verhaltensweisen
helfen, die oft katastrophale Kommunikation zwischen den Geschlechtern
zu verbessern - vor allem am Arbeitsplatz, aber auch im Verkaufsgespräch.
Zu dem Vortrag über Frauen- und Männersprache hatte
der Arbeitskreis Wirtschaft eingeladen. "Männer
und Frauen glauben, die gleiche Sprache zu sprechen, aber
das ist falsch", erläutert Marion Bredebusch.
Warum? Weil Männer den sachlichen Ton pflegen, während
Frauen im Gespräch Beziehungen aufbauen wollten, emotionaler
kommunizieren. Die Folge seien Missverständnisse, die
nicht nur im Privaten, sondern auch im Arbeitsleben große
Reibungsverluste mit sich bringen. Die beiden Referenten gaben
denn auch mehrere typische, oft witzige Situationsbeispiele
missglückter Kommunikation zwischen Männern und
Frauen zum Besten, darunter völlig verunglückte
Verkaufsgespräche.
"Frauen verfügen über 70 bis 80 Prozent der
Privateinkünfte. Selbst im Baumarkt entscheiden Frauen
in 60 Prozent der Fälle, was gekauft wird. Doch häufig
fühlen Frauen sich als Kundinnen nicht ernst genommen",
so die Pädagogin, die Seminare für Firmen und Verwaltungen
anbietet, in denen auf diese spezielle Kommunikationsproblematik
eingegangen wird.
Deshalb sei es für männliche Verkäufer wichtig,
"typisch weibliche" Kommunikationsmuster zu kennen
und darauf eingehen zu können. "Und das heißt
eben, auch mal ein Schwätzchen zu halten statt nur Fakten
vorzutragen", erläutert Conrath. Umgekehrt gilt
das gleiche: Frauen müssen auf "typisch männliche"
Kommunikation reagieren können, um erfolgreich zu sein.
Conrath und Bredebusch machten in ihrem kurzweiligen Vortrag
vor, wie gut sich Mann und Frau ergänzen können,
wenn sie erst die Kommunikationshürden überwunden
haben.
Dass es in vielen Unternehmen aber gerade bei der Zusammenarbeit
zwischen den Geschlechtern hapert, sei auch darauf zurückzuführen,
dass die einen (Männer) das Gespräch als "Nahkampf",
die anderen (Frauen) es als "Beziehungspflege" verstünden.
Weil laut Studien 70 bis 80 Prozent der Konflikte am Arbeitsplatz
geschlechtsspezifischer Natur seien, sollten Firmen sich um
einen besseren Austausch bemühen, rieten die Referenten.
Das sei auch gut fürs Geschäft.
sz-Redakteurin Esther Brenner
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