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Von SZ-Mitarbeiterin Christine Pfeiffer
"Existenzgründung
für Frauen". Dieses Modellprojekt hat die
Agentur für Arbeit in Saarbrücken ins Leben
gerufen. Es ist eine Hilfe für den Start in die
Selbstständigkeit und soll Insolvenzen vermeiden.
Saarbrücken. Jetzt fühle sie sich
um einige Kilo leichter, um einiges stärker und
um 20 Zentimeter größer. So beschreibt eine
Teilnehmerin ihr Gefühl nach einer Kurseinheit.
Frauen Mut zu machen und Selbstbewusstsein zu vermitteln,
genau das ist auch das Ziel des Seminars "Existenzgründung
für Frauen", das in diesen Tagen zu Ende geht.
Die Agentur für Arbeit in Saarbrücken hat
das Modellprojekt ins Leben gerufen. Denn dort haben
die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt
zwei Dinge festgestellt: Der Beratungsbedarf ist groß.
Außerdem gründen Frauen anders.
"Oft spielt die Frage, wie sich familiäre
Pflichten mit der Selbstständigkeit verbinden lassen,
eine große Rolle", stellt Brigitte Kugler-Kiehnle
von der Arbeitsagentur Saarbrücken fest. "Für
Frauen sind oft Kleingründungen oder eine selbstständige
Tätigkeit in Teilzeit interessant."
Bildungsträger des Seminars ist die Gesellschaft
für Unternehmensanalyse und Betriebsberatung (GUB).
Das Existenzgründerbüro der Agentur für
Arbeit Saarbrücken hat arbeitslos gemeldete Frauen,
die eine Gründung planen, in das Seminar vermittelt.
"Mit guter Beratung wollen wir helfen, Insolvenzen
zu vermeiden", sagt die Gleichstellungsbeauftragte.
So stehen neben den klassischen Themen wie Rechtsgrundlagen
und Kapitalbedarf auch frauenspezifische Themen auf
dem Programm. Selbstmarketing und Persönlichkeitsentwicklung
zählen dazu. "Untersuchungen zeigen, dass
Frauen es immer noch schwerer haben, von Banken Geld
zu bekommen", sagt Brigitte Kugler-Kiehnle. Auch
deshalb sei es wichtig, ihnen ihre Stärken zu vermitteln:
"Wir wollen ihnen einen besonderen Werkzeugkasten
mitgeben." Auch nach dem Seminar können sich
die Teilnehmerinnen weiterhin in einem Coaching-Programm
gezielt beraten lassen.
Die meisten der Teilnehmerinnen sind zwischen 30 und
40 Jahre alt und haben eine qualifizierte Ausbildung.
In dem vierzigtägigen Seminar planen sie die nächsten
unternehmerischen Schritte, erstellen einen Businessplan.
"Dabei stehen ihnen praxiserfahrene Fachreferenten
zur Seite", erklärt Uwe Schwan von der Gesellschaft
für Unternehmensanalyse und Betriebsanalyse. Damit
sich die Weiterbildung auch mit Familie vereinbaren
lässt, finden die Kurse vormittags statt.
Auch wenn sich nach dem Seminar einige Frauen gegen
den Schritt in die Selbstständigkeit entscheiden,
habe das Seminar seinen Zweck erfüllt. Davon ist
Brigitte Kugler-Kiehnle überzeugt. Schließlich
geht es darum, Frauen bei der Suche nach dem besten
beruflichen Weg zu helfen.
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