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Saarbrücker Zeitung, 19.06.2005

Starke Stimmen mischen im Kampf um Bücherei mit

Großes Künstlerinnen-Aufgebot bei Benefizveranstaltung für Frauenbibliothek Saar

Bald muss klar sein, aus welchen neuen Quellen die Frauenbibliothek Saar ihre Arbeit bezahlt. Eine Benefizveranstaltung sollte helfen, die Bücherei zu retten. Und sie sollte zeigen: Frauen kämpfen dafür.

VON SZ-MITARBEITERIN ALEXANDRA RAETZER

Teilnehmerinnen und die Moderatorin Marion Bredebusch (rechts)
lauschen dem anregenden Kulturprogramm - Foto: Iris Maurer.

Saarbrücken. Renommierte Künstlerinnen, die ohne Gage auftreten und ein ausverkaufter Saal: Schönere Zeichen der Anerkennung hätten sich die Mitarbeiterinnen und Unterstützerinnen der Frauenbibliothek Saar nicht wünschen können. Mehr als 250 Besucherinnen zeigten im Festsaal des Schlosses ihre Solidarität mit der Frauenbibliothek Saar. Lenkt das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport nicht in letzter Minute ein, kommt für das Haus zum Ende des Monats nach 15 Jahren das Aus.
Die Landesregierung hat angekündigt, sie streiche ab Mitte des Jahres Zuschüsse zu den Personalkosten in Höhe von 82000 Euro.
Das stößt auf Widerspruch. "Nicht sang- und klanglos" hieß denn auch die Benefizveranstaltung des Frauenbündnisses zum Erhalt der Frauenbibliothek Saar. Zum Programm des Abends gehörten beliebte Lokalmatadorinnen wie das Homburger Frauenkabarett und der Gemischte Saarbrücker Damenchor. Außerdem traten bundesweit und international bekannte Künstlerinnen auf, darunter die Chansonsängerin Anne Schoenen, das Kabarett SOOS mit Pippilottas Tanzkapelle und die Grande Dame des lesbischen Chansons, Carolina Brauckmann. Rock-Poetin Ulla Meinecke war genauso da wie eine Opernsängerin aus Zürich. Marion Bredebusch moderierte.
"Wir wollen die drohende Schließung nicht einfach hinnehmen. Deshalb haben wir uns zu einem Frauenbündnis zusammengeschlossen", erklärte Heidrun Möller, Mitglied der SPD-Landtagsfraktion. Die Frauenbibliothek sei "zum Synonym für frauenpolitische Vernetzung, Bildungs- und Kulturarbeit" geworden, sagte Möller: "100000 Zugriffe, 80000 entliehene Bücher, 20000 Öffnungsstunden, 64500 Besucher, 300000 Presseartikel: Diese Zahlen sprechen für sich". Barbara Spaniol betonte die "Einzigartigkeit" der Frauenbibliothek, die mit ihren umfangreichen Beständen im südwestdeutschen Raum ihresgleichen suche. Unverzichtbar sei dieser Fundus etwa für die Forschung im Bereich saarländischer Frauengeschichte, sagte Spaniol und rief energisch dazu auf, "weiterzustreiten für den Erhalt dieser Bibliothek".
Ein Hoffnungsschimmer leuchtet am Horizont: "Wir haben im Trägerverein ein Konzept erarbeitet, das eine Kombination von professioneller Geschäftsführung, wissenschaftlicher Betreuung und ehrenamtlichem Engagement vorsieht. Darüber verhandeln wir zur Zeit mit dem Ministerium", berichtete die Leiterin der Frauenbibliothek, Annette Keinhorst.
Wie Eva Becker, die Vorsitzende des Trägervereins, erläuterte, hat die Ministerin die eventuelle Freigabe von Geld mit der Auflage verbunden, dass auch "Spenden von öffentlicher und privater Seite" in die Finanzierung der Bibliothek einfließen.
Das Konzept des Trägervereins sieht vor, dass das Land künftig "mindestens ein Drittel des bisherigen Personalkostenzuschusses, also jährlich mindestens 28000 Euro" zur Verfügung stellt. Das restliche Geld soll über Spenden eingenommen werden. Einen Grundstock legte die Benefizveranstaltung: Spendenboxen standen bereit, Überweisungsvordrucke und Unterstützungserklärungen lagen aus.

 

 

 

 

 

 

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