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Bald muss klar sein, aus welchen neuen Quellen die Frauenbibliothek
Saar ihre Arbeit bezahlt. Eine Benefizveranstaltung sollte
helfen, die Bücherei zu retten. Und sie sollte zeigen:
Frauen kämpfen dafür.
VON SZ-MITARBEITERIN ALEXANDRA RAETZER
Teilnehmerinnen und die Moderatorin Marion Bredebusch (rechts)
lauschen dem anregenden Kulturprogramm - Foto: Iris Maurer.
Saarbrücken. Renommierte Künstlerinnen,
die ohne Gage auftreten und ein ausverkaufter Saal: Schönere
Zeichen der Anerkennung hätten sich die Mitarbeiterinnen
und Unterstützerinnen der Frauenbibliothek Saar nicht
wünschen können. Mehr als 250 Besucherinnen zeigten
im Festsaal des Schlosses ihre Solidarität mit der Frauenbibliothek
Saar. Lenkt das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen
und Sport nicht in letzter Minute ein, kommt für das
Haus zum Ende des Monats nach 15 Jahren das Aus.
Die Landesregierung hat angekündigt, sie streiche ab
Mitte des Jahres Zuschüsse zu den Personalkosten in Höhe
von 82000 Euro.
Das stößt auf Widerspruch. "Nicht sang- und
klanglos" hieß denn auch die Benefizveranstaltung
des Frauenbündnisses zum Erhalt der Frauenbibliothek
Saar. Zum Programm des Abends gehörten beliebte Lokalmatadorinnen
wie das Homburger Frauenkabarett und der Gemischte Saarbrücker
Damenchor. Außerdem traten bundesweit und international
bekannte Künstlerinnen auf, darunter die Chansonsängerin
Anne Schoenen, das Kabarett SOOS mit Pippilottas Tanzkapelle
und die Grande Dame des lesbischen Chansons, Carolina Brauckmann.
Rock-Poetin Ulla Meinecke war genauso da wie eine Opernsängerin
aus Zürich. Marion Bredebusch moderierte.
"Wir wollen die drohende Schließung nicht einfach
hinnehmen. Deshalb haben wir uns zu einem Frauenbündnis
zusammengeschlossen", erklärte Heidrun Möller,
Mitglied der SPD-Landtagsfraktion. Die Frauenbibliothek sei
"zum Synonym für frauenpolitische Vernetzung, Bildungs-
und Kulturarbeit" geworden, sagte Möller: "100000
Zugriffe, 80000 entliehene Bücher, 20000 Öffnungsstunden,
64500 Besucher, 300000 Presseartikel: Diese Zahlen sprechen
für sich". Barbara Spaniol betonte die "Einzigartigkeit"
der Frauenbibliothek, die mit ihren umfangreichen Beständen
im südwestdeutschen Raum ihresgleichen suche. Unverzichtbar
sei dieser Fundus etwa für die Forschung im Bereich saarländischer
Frauengeschichte, sagte Spaniol und rief energisch dazu auf,
"weiterzustreiten für den Erhalt dieser Bibliothek".
Ein Hoffnungsschimmer leuchtet am Horizont: "Wir haben
im Trägerverein ein Konzept erarbeitet, das eine Kombination
von professioneller Geschäftsführung, wissenschaftlicher
Betreuung und ehrenamtlichem Engagement vorsieht. Darüber
verhandeln wir zur Zeit mit dem Ministerium", berichtete
die Leiterin der Frauenbibliothek, Annette Keinhorst.
Wie Eva Becker, die Vorsitzende des Trägervereins, erläuterte,
hat die Ministerin die eventuelle Freigabe von Geld mit der
Auflage verbunden, dass auch "Spenden von öffentlicher
und privater Seite" in die Finanzierung der Bibliothek
einfließen.
Das Konzept des Trägervereins sieht vor, dass das Land
künftig "mindestens ein Drittel des bisherigen Personalkostenzuschusses,
also jährlich mindestens 28000 Euro" zur Verfügung
stellt. Das restliche Geld soll über Spenden eingenommen
werden. Einen Grundstock legte die Benefizveranstaltung: Spendenboxen
standen bereit, Überweisungsvordrucke und Unterstützungserklärungen
lagen aus.
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