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Saarbrücker Zeitung, 20./21.05.2006

Die Frau, die sich nicht verbiegen will

Marion Bredebusch ist Unternehmerin und will "Mutmacherin der Nation" werden

Von SZ-Mitarbeiter Tim Höhn



Claudia Lambert vom Rudolf Röser Verlag übergibt Marion Bredebusch (links) die Urkunde. Foto: Iris Maurer

Saarbrücken. Entschlossenheit, Selbstbewusstsein, Durchsetzungskraft, Mut - das sind Worte, die Marion Bredebusch oft verwendet, sie bedeuten ihr viel. Und wenn Bredebusch spricht, ist sie in ihrem Metier: Die 40-Jährige ist Inhaberin des Saarbrücker Instituts für Gender, Moderation und Kommunikation; sie gibt Rhetorik-Seminare oder berät Unternehmen zu Erfolgsstrategien - und hat Erfolg.
Die Jury einer bundesweiten Mittelstands-Initiative hat Bredebusch gestern für den Titel "Mutmacherin des Saarlands" nominiert. Ziel der Initiative: Unternehmer auszeichnen, die Aufbruchstimmung verbreiten. Im Juli und September werden zwei weitere Kandidaten gekürt, der Gewinner reist im November nach Berlin und hat die Chance, "Mutmacher der Nation" zu werden. Als Marion Bredebusch die Nominierungsurkunde überreicht bekommt, sagt sie: "Den Flug nach Berlin habe ich schon gebucht, das kann ja nichts schaden."

War sie immer so selbstbewusst? "Ich habe auch Krisen durchlebt", antwortet die Diplom-Pädagogin. Doch letztlich sei ihr klar, dass sie ihr Leben selbst in der Hand habe. Im November 2002 hat sich Bredebusch selbstständig gemacht, nur fünf Monate später von ihrem Mann getrennt, nach zehn Jahren Ehe. Der Grund: "Ich wollte mich einfach keinen schlechten Einflüssen mehr aussetzen, wollte keine Kompromisse mehr eingehen."

Kompromisse geht die gebürtige Dortmunderin dennoch ein - für ihre Kinder Clara (sieben) und Adrian (acht). An ihnen richtet sie ihre Arbeit aus. "Einen lukrativen vierwöchigen Auftrag im Ausland würde ich ablehnen, weil sie mich dann zu lange nicht sehen." Reich müsse sie sowieso nicht werden und verbiegen wolle sie sich auch nicht. "Wenn ich einen Auftrag annehme, etwa ein Verkaufsseminar, muss ich dahinter stehen."

Am 24. Juni bietet Bredebusch erstmals ein selbst entwickeltes Seminar an. Thema: Glück. Die Idee dazu kam ihr nach einem Unglück. Vor sieben Monaten überlebte sie, am Abend vor einem Seminar, einen schweren Unfall. Auf der Autobahn war ein Lkw-Fahrer am Steuer eingeschlafen, Bredebusch musste ausweichen und knallte mit 140 Stundenkilometern in die Leitplanke - und hatte lediglich ein leichtes Schleudertrauma. "Danach habe ich meine erste Zigarette seit zwölf Jahren geraucht, die zweite habe ich wieder abgelehnt." Bredebusch lacht, als sie das sagt. Das Seminar hat sie, trotz des Unfalls, gehalten.

20000 Euro erhält die Unternehmerin, falls sie im November tatsächlich zur "Mutmacherin der Nation" gewählt wird. Eine Idee, was sie mit dem Geld angehen würde, hat sie schon: "Vielleicht halte ich einige Seminare umsonst ab, etwa für Existenzgründerinnen oder in Schulen."

Auf die Schnelle Marion Bredebusch ist Unternehmerin, leitet Seminare und berät Firmen. Die Jury einer Mittelstandsinitiative hat Bredebusch gestern für den Titel der "Mutmacherin aus dem Saarland" nominiert - weil sie sich durch Krisen gekämpft hat und damit auch Vorbild für andere sein kann. tim

Auf einen Blick Die Mittelstandsinitiative "Mutmacher der Nation" will vorbildliche und mutige Unternehmer auszeichnen. Initiator ist das Telekommunikationsverzeichnis "Das Örtliche", Partner sind die Bürgschaftsbanken in Deutschland und das Magazin "Impulse". Die Unternehmer müssen sich bewerben, eine Jury ermittelt die Sieger. Aus den Landessiegern wird im November in Berlin der Bundessieger ermittelt. tim

>>> Bericht über Marion Bredebusch auf der Internetseite von Mutmacher der Nation

 

 

 

 

 

 

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