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Saarbrücker Zeitung, 20.11.2004

Zu wenig Frauen in den Top-Etagen
Gebildet in die Sackgasse?

Saarbrücken. Frauen machen oft trotz besserer Ausbildung schlechter Karriere als Männer. Warum? Dazu ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig. So das Ergebnis einer Podiumsdiskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung in Saarbrücken. "Gut gebildet und dann doch in die Karriere-Sackgasse?", hieß das Thema. Unter Leitung der Moderatorin Marion Bredebusch diskutierten sechs Frauen auf dem Podium: Professor Doris Krumpholz (Fachhochschule Düsseldorf), Isabel Beuter vom Kompetenzzentrum für Frauen in Wissenschaft und Forschung in Bonn, Sabine Dillmann (Bundesagentur für Arbeit), Marion Esch von der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft in Berlin und Elke Ferner (SPD), Mitglied des Bundestages.

Tipps für die gut ausgebildeten Frauen gab es an dem Abend genug. "Tu Gutes und rede drüber", so der Rat der Organisationspsychologin Krumpholz. Frauen sollten endlich aufhören, Pickel zu kriegen, wenn sie über sich selbst reden müssten. "Klappern" gehöre auch für Frauen heute zum Geschäft. "Und glauben Sie nicht daran, dass Qualität sich sowieso durchsetzt und Ihr Chef Ihnen den Traumjob anbietet", sagte Krumpholz. Eine strategische, weniger emotionale Auseinandersetzung mit der Karriere bringe da viel weiter. "Riesenchancen" sieht Marion Esch gerade jetzt für Frauen.

Wo in vielen gesellschaftlichen Bereichen wichtige Weichen gestellt würden, sollten Frauen sich für ihre Belange energisch in die Diskussion einmischen. In der Vernetzung untereinander sieht Isabel Beuter Potenzial für das Weiterkommen von Frauen. Denn eigene Erfahrungen hätten belegt: Frauen in Netzwerken arbeiteten erfolgreicher. Negativrekord in Deutschland bezüglich Frauen im Top-Management: In der Telekommunikation gibt es keine, in den 100 größten deutschen Firmen ebenfalls nicht und bei den 30 Dax-notierten Unternehmen gerade mal eine Frau im Top-Management. Imageaufbesserung für die naturwissenschaftlichen Berufe für Mädchen und Frauen sei wichtig, meint Sabine Dillmann.

wt

 

 

 

 

 

 

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