An Fastnacht sieht man sie überall: Menschen, die angeregt
miteinander flirten. Kommunikationstrainerin Marion Bredebusch gibt
Tipps, worauf man bei Annäherungsversuchen achten sollte.
Saarbrücken. Für jedes schüchterne Wesen ist der Weg zum ersten
Date meist eine einzige Katastrophe. Sie will ihn, aber er hat noch
keinen blassen Schimmer davon. Sie hat es ihm nämlich nicht gesagt.
Und so sitzt unser scheues Ding Tag für Tag im Café; um die Ecke und
schmachtet ihren Traumtypen an. In ihrer Fantasie ist alles so einfach:
Sie geht zu ihm, schenkt ihm ein nettes Lächeln, sagt den perfekten
Satz - und schon ist es um ihn geschehen. Tatsächlich aber sagt sie
kein Wort - denn er könnte sie ja zurückweisen.
"Schüchterne Menschen denken meistens, sie müssten was ganz Tolles
sagen, dabei spielt es eigentlich gar keine Rolle, was man sagt.
Hauptsache, es wird überhaupt gesprochen", erklärt Marion Bredebusch
aus Saarbrücken. Sie ist als Kommunikationstrainerin und Inhaberin
des Instituts für Gender, Moderation und Kommunikation eine Expertin
in Sachen Flirten. Die Diplom-Pädagogin bietet seit Jahren Seminare
zu diesem Thema an und weiß: Männer sind oft zu aggressiv beim Flirten.
Viele müssen lernen, Signale zu erkennen. Erwidern des Blickkontaktes
und ein anschließendes Lächeln können Flirtsignale sein. Doch selbst
wenn Männer diese richtig erkennen, haben sie oft kein Gespür für den
richtigen Zeitpunkt. "Wenn er eine Frau anspricht, die sich gerade mit
ihrer besten Freundin unterhält, bekommt er mit hoher Wahrscheinlichkeit
eine Abfuhr!", warnt Bredebusch. Aber auch die Frauen machen Fehler.
Manche sitzen mit ablehnender Körperhaltung, zum Beispiel verschränkten
Armen, in der Ecke und wundern sich, dass sie nicht angesprochen werden,
erklärt die Flirtfachfrau.
Und es gebe noch eine Sache, die viele Frauen lernen müssen: "Sie
müssen die Fähigkeit entwickeln, Grenzen zu setzen." Wenn Frauen
nicht angesprochen werden wollen, sollten sie am besten gar nicht
reagieren." Manche Frauen machen den Fehler, dass sie lächeln, obwohl
sie gar kein Interesse haben.
Natürlichkeit kommt an
Ein Pauschalrezept für "richtiges Flirten" gebe es nicht, dennoch
sollte man einen Grundsatz beachten: Sei du selbst! Es ist schlecht,
wenn der oder die Auserwählte irgendwann feststellt, dass man eigentlich
ganz anders ist, als man zu Beginn getan hat, so Marion Bredebusch. Wer
schüchtern ist, muss nicht den Draufgänger spielen und umgekehrt.
Schüchterne Menschen könnten auf unverfängliche Methoden zurückgreifen,
etwa auf eine Einladung zu einem Getränk. Tabu sein sollten hingegen
auswendig gelernte Sprüche. Diese wirken meist abgedroschen. Besser ist
es, nach Gemeinsamkeiten zu suchen und diese anzusprechen. So bietet ein
gemeinsamer Verein beispielsweise ein gutes Gesprächsthema. Auch sonst
gibt es zahlreiche Flirthilfen: Ihr habt einen Hund? Na prima! Eine
ideale Basis, um Menschen kennen zu lernen. Geht öfter mal mit ihm
spazieren, rät Bredebusch. Dabei könntet ihr auf jemanden treffen,
der euren Hund so süß findet, dass ihr gleich ins Gespräch kommt!
Dann ist euch eine Gemeinsamkeit sicher: Die Liebe zu Hunden!
Mit Charme, Humor und etwas Glück kommt es dann vielleicht zum ersten
Date. Um sicherzugehen, dass weiterhin alles gut läuft, rät Marion
Bredebusch: Männer sollten aufmerksam sein - und ihr zum Beispiel mal
eine Rose schenken. Das liebt sie! Auch wenn sie es nicht immer zeigen,
Männer mögen ebenfalls Romantik. "Sie könnte mit ein paar Kerzen für
eine romantische Atmosphäre sorgen. Wenn sie romantisch ist, darf sie
das ruhig zeigen, das hat nichts mit Frauenklischees zu tun!"