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Saarbrücker Zeitung, 28.02.2001

Urban II beflügelt Phantasien: Zahlreiche Ideen und Vorschläge
Stadtbezirk Dudweiler hofft auf rund 20 Millionen DM aus der Kasse der EU

Dudweiler. (ai). Kompetente Vertreter der Landeshauptstadt waren in den letzten Tagen im Stadtbezirk Dudweiler unterwegs, um im Vorfeld der Gemeinschaftsinitiative "Urban II" im Rahmen von Informationsveranstaltungen Projektideen und Vorschläge zu sammeln.

Die Europäische Union fördert mit diesem Projekt innovative Strategien für die wirtschaftliche -und soziale Wiederbelebung von kleineren und mittleren Städten oder Stadtvierteln. Die Stadt Saarbrücken hat im November einen Programmantrag eingereicht, der mittlerweile von der EU-Kommission zur Prüfung angenommen worden ist. Damit hat das Programmgebiet Dudweiler/Herrensohr/Jägersfreude - um dieses dreht es sich bei dem Programmantrag - schon einigermaßen gute Karten. Mit einer Entscheidung ist noch im ersten Halbjahr 2001 zu rechnen. Das voraussichtliche Fördervolumen der EU liegt bei 9,913 Millionen Euro (rund 20 Millionen DM); das Projekt läuft bis 2006.

Im Bürgerhaus Dudweiler war das Podium mit Oberbürgermeister Hajo Hoffmann, Bezirksbürgermeister Heinz Schmidt, Verwaltungsdezernent Dr. Wolfgang Bahr und Guido Freidinger, dem Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und kommunale Arbeitsmarktpolitik, besetzt. Die Moderation hatte, wie später auch in Herrensohr, Marion Bredebusch.

In dieser ersten Phase der Bürgerbeteiligung ("Wir wollen die Bürger in die Programmentwicklung einbeziehen") ging es um die Definition des neuerlichen EU-Projekts, um eine Darlegung der Bezuschussungskriterien und um die "Stoffsammlung" vor Ort, die dann in weiteren Zusammenkünften bis Ende April "sortiert, quer verbunden und verdichtet" werden sollen zu einem Gesamtprogramm.

Weder die Dudweilerer noch die Herrensohrer ließen sich lange bitten, ihre Ideen in das Förderprogramm einzubringen. Die Vertreter der großen Sportvereine meldeten Anlagen, die aus Eigenmitteln nicht in optimalem Zustand gehalten werden können, und sehen sich damit im Bestreben, die Jugend von der Straße weg zu bekommen, gehandikapt. Ein Sportplatz wurde für den Bau einer Halle angeboten, die auch für Behinderte geeignet ist. Die ÖPNV-Anbindung via Saarbrücken durch das Sulzbachtal bzw. über die bestehende Bahnstraße, sprich Saarbahn, wurde sowohl in Dudweiler wie in Herrensohr angesprochen.

Verbesserungsvorschläge gab es auch für die Stadtmittebebauung und die Fußgängerzone. Der Stadtpark wurde in die Diskussion gebracht, ebenso das Problem der Kostendeckung bei größeren kulturellen Veranstaltungen, falls das Sportzentrum nicht geöffnet wird. Defizite gibt es offensichtlich auch im Freizeitangebot für die Jugend und bei den Wohn- und Arbeitsangeboten für erwachsene Geistigbehinderte.

In Herrensohr führte der Wunsch nach einem "Dorfgemeinschaftsraum" die Prioritätenliste an; es gibt bereits Bau- und Finanzierungspläne. Wieder aufgegriffen wurde die Idee der Umgestaltung des abhanden gekommenen Marktplatzes und die Realisierung eines Freizeitparks unter Einbeziehung des Festplatzes und der anschließenden Weiheranlage ("Mollenweiher") bis hin zur Grühlingstraße.

Man sprach von einer Art "Seniorenakademie", schnitt - wie erwähnt - das Thema "Saarbahn durch das Sulzbachtal" an und brach gar eine Lanze für den "Alten Markt" in Dudweiler, den man auch in "Kaltnaggisch" alles andere als attraktiv findet.

 

 

 

 

 

 

 

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