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Merzig. Keiner hatte ein Patentrezept für ein erfolgreiches
Bildungswesen, aber alle rangen um neue Konzepte für
Universitäten und Schulen: Die Gäste des Arbeitskreises
Wirtschaft (AKW), der zu einer Podiumsdiskussion über
Bildungspolitik in die Räume der Firma Kohl Pharma geladen
hatte, führten eine rege Diskussion. Moderator war SZ-Redakteur
Lothar Warscheid.
Mit Wissenschaftsminister Jürgen Schreier (CDU) saß
auch ein Vertreter der Landesregierung auf dem Podium. An
ihn ging der Vorwurf von Peter Gillo, Hochschulexperte der
SPD-Landtagsfraktion, das Saarland belege bei der Forschung
den letzten Platz unter den Ländern. Gillo: "Sogar
Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz geben, gemessen am
Bruttoinlandsprodukt, doppelt so viel für Forschung aus
wie wir." Der Minister entgegnete, das Saarland sei in
bestimmten Fachbereichen durchaus in einer Spitzenposition,
etwa bei der Informatik. Schreier verwies zudem auf das der
Universität des Saarlandes für drei Jahre zur Verfügung
gestellte Budget von 143 Millionen Euro. Dies sei eine "wahnsinnige
Tat für die Bildungspolitik". Christoph Hartmann,
Vorsitzender der Saar-FDP, sagte: "Bei der Informatik
sind wir Spitze, das war's dann aber schon." Der Liberale
forderte die Landesregierung auf, den Staatsvertrag über
die ZVS zu kündigen.
Und Klaus Kessler, der in der Runde die Grünen vertrat,
stellte das gegliederte Schulsystem in Frage, bei dem schon
nach der Grundschule eine Entscheidung für einen bestimmten
Schultyp fallen muss. Wolfgang Cornetz, Rektor der Hochschule
für Technik und Wirtschaft (HTW), bemängelte zudem
den schlechten Ausbildungsstand von Schulabgängern und
sprach sich für eine bessere Verzahnung von Lehre und
Praxis, etwa durch die Einführung eines kooperativen
Studium (HTW und Unternehmen) aus.
Kritik an der Selbstverwaltung der Unis äußerte
Marion Bredebusch vom Institut für Gender, Moderation
und Kommunikation. Wenn Berufungs-Komissionen über die
Auswahl der Lehrkräfte entschieden, würde aus Angst
vor Konkurrenz oft nur "Mittelmaß" eingestellt.
sela
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