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Saarbrücker Zeitung, 28.05.2004

Informatik ist nicht genug
Forderungskatalog für mehr Bildung - AKW-Diskussion

Merzig. Keiner hatte ein Patentrezept für ein erfolgreiches Bildungswesen, aber alle rangen um neue Konzepte für Universitäten und Schulen: Die Gäste des Arbeitskreises Wirtschaft (AKW), der zu einer Podiumsdiskussion über Bildungspolitik in die Räume der Firma Kohl Pharma geladen hatte, führten eine rege Diskussion. Moderator war SZ-Redakteur Lothar Warscheid.

Mit Wissenschaftsminister Jürgen Schreier (CDU) saß auch ein Vertreter der Landesregierung auf dem Podium. An ihn ging der Vorwurf von Peter Gillo, Hochschulexperte der SPD-Landtagsfraktion, das Saarland belege bei der Forschung den letzten Platz unter den Ländern. Gillo: "Sogar Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz geben, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, doppelt so viel für Forschung aus wie wir." Der Minister entgegnete, das Saarland sei in bestimmten Fachbereichen durchaus in einer Spitzenposition, etwa bei der Informatik. Schreier verwies zudem auf das der Universität des Saarlandes für drei Jahre zur Verfügung gestellte Budget von 143 Millionen Euro. Dies sei eine "wahnsinnige Tat für die Bildungspolitik". Christoph Hartmann, Vorsitzender der Saar-FDP, sagte: "Bei der Informatik sind wir Spitze, das war's dann aber schon." Der Liberale forderte die Landesregierung auf, den Staatsvertrag über die ZVS zu kündigen.

Und Klaus Kessler, der in der Runde die Grünen vertrat, stellte das gegliederte Schulsystem in Frage, bei dem schon nach der Grundschule eine Entscheidung für einen bestimmten Schultyp fallen muss. Wolfgang Cornetz, Rektor der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), bemängelte zudem den schlechten Ausbildungsstand von Schulabgängern und sprach sich für eine bessere Verzahnung von Lehre und Praxis, etwa durch die Einführung eines kooperativen Studium (HTW und Unternehmen) aus.

Kritik an der Selbstverwaltung der Unis äußerte Marion Bredebusch vom Institut für Gender, Moderation und Kommunikation. Wenn Berufungs-Komissionen über die Auswahl der Lehrkräfte entschieden, würde aus Angst vor Konkurrenz oft nur "Mittelmaß" eingestellt.
sela


 

 

 

 

 

 

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