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TRIER. (wie) Deutschland streitet wer sind die besseren
Mütter: berufstätige Frauen oder Hausfrauen? Passen
Kind und Karriere zusammen? Tagesschau-Sprecherin Eva Herman
hat die Diskussion mit provokanten Thesen ausgelöst:
Familie und Job seien für Frauen nicht unter einen Hut
zu bringen.
Frauen zurück an den Herd. Diese Forderung
von Eva Herman, 47, Mutter eines achtjährigen Sohnes
und Karrierefrau (Tagesschausprecherin, Moderatorin und Autorin)
bringt Deutschlands Frauen auf die Palme. Kann eine berufstätige
Frau auch eine gute Mutter sein? Selten zuvor wurde derart
heftig über das Frauenbild in Deutschland diskutiert.
Herman hatte bereits im Mai in einem Beitrag des Magazins
Cicero das Ideal des Hausfrauendaseins beschworen
und den Feminismus verantwortlich gemacht für den Geburtenrückgang.
Doch erst jetzt, kurz vor Erscheinen ihres Buches zu dem Thema
und ihrem angeblich selbst gewählten Ausstieg aus der
Tagesschau, schlagen die Wellen hoch.
Nirgendwo werde es berufstätigen Frauen mit Kindern
so schwer gemacht wie in Deutschland, weil eine gute Mutter
nicht berufstätig sein dürfe, kritisiert Marion
Bredebusch, Sprecherin des Saarbrücker Ablegers des weltweiten
Netzwerks berufstätiger Frauen (BPW). Da sind die
Schuldigen gleich gefunden: Die bösen Frauen, die ja
nur arbeiten, um sich selbst zu verwirklichen.
Wenn man wohlsituiert wie Eva Herman sei, könne man
wunderbar solche Sprüche klopfen, ärgert
sich auch Birgit Groß, Frauenbeauftragte des rheinland-pfälzischen
Gewerkschaftsbundes. Die Thesen zeigten, dass die Hamburgerin
keine Ahnung von der Arbeitswelt und den Nöten der Frauen
habe.
Die Realität in Deutschland sieht in der Tat anders
aus. 59 Prozent der Mütter sind berufstätig, Tendenz:
steigend. Rückendeckung erhält Herman von der auch
in der Region aktiven Initiative Familie sind wir.
Kann es sich eine Gesellschaft leisten, auf solch eine
Arbeit zu verzichten, wie sie nur Mütter und Hausfrauen
vollbringen?, heißt es in einem Brief an die Bundesfamilienministerin.
Vor allem in der Region Trier ist das Rabenmütter-Image
stark verbreitet. Nirgendwo in Deutschland werden berufstätige
Mütter so sehr kritisiert wie hier. 62 Prozent der Menschen
zwischen Eifel und Hunsrück sind überzeugt, dass
Mütter, die arbeiten gehen, Rabenmütter sind, ergab
vor zwei Jahren eine repräsentative Umfrage.
THEMEN DER ZEIT SEITE 4
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