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Saarland.BIZ Juni 2004

"Mehr Wettbewerb im Bildungswesen"

Eine Podiumsdiskussion des Arbeitskreises Wirtschaft bei kohlpharma in
Merzig

Die Landtagswahlen stehen vor der Tür, das merkte man auch während der Podiumsdiskussion am 25. Mai in den Räumen der Kohlpharma, zu der der Arbeitskreis Wirtschaft e.V. eingeladen hatte. Unter der Leitung von SZ-Wirtschaftsredakteur Lothar Warscheid diskutierten Bildungsminister Jürgen Schreier, SPD - Hochschulexperte Peter Gillo, der bildungspolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Christoph Hartmann, Klaus Kessler von den Grünen, sowie der Rektor der HTW, Prof. Dr. Wolfgang Cornetz und Marion Bredebusch, die ein eigenes Bildungsinstitut - GMK - in Saarbrücken leitet.

Die einführenden Worte gehörten Prof. Cornetz, der eine exakte Beschreibung der Situation vornahm: "Deutschlands Bildungssystem ist international nicht auf der Höhe der Zeit. Es fehlen die notwendigen finanziellen Mittel und der Wettbewerb der Hochschulen." Der Vergleich zwischen der amerikanischen Elite-Universität Yale und der in Deutschland am besten ausgestatteten Technischen Hochschule in Deutschland, der TU München, liess manchen Zuhörer staunen: Pro Student stehen in Yale 1500 Prozent mehr an Finanzmitteln zur Verfügung. Um die Situation der Hochschulen zu verbessern, sei die Einführung von Studiengebühren unumgänglich, so Cornetz.

Dem widersprach Peter Gillo deutlich: "Bildung muss auch für die sozial Benachteiligten möglich sein. Die soziale Barriere wird durch die Einführung von Studiengebühren weiter vertieft". Auch Bildungsminister Schreier sprach sich für die Chancengleichheit aus, sah deren Entstehen jedoch nicht erst im Studium, sondern bereits in der Schule und im Elternhaus.

Christoph Hartmann forderte den freien Wettbewerb unter den Bildungsinstitutionen und den Verzicht auf Verbeamtung von Lehrern und Hochschullehrern. "Momentan ist es egal, ob 5 oder 500 Studenten in einer Vorlesung sind - die Bezahlung ist die gleiche". Es müssten neue Anreizsysteme für mehr Leistung, mehr Dienstleistung an den Studenten geschaffen werden. Das gehe nur, wenn die Hochschulen mehr Autonomie erhielten.

Klaus Kessler, Vorsitzender der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), mochte den Qualitätsbegriff nicht abhängig machen vom Status des Lehrers. Er bejahte den Wettbewerb unter den Hochschulen. Für die Schulen selbst lehnte er diesen ab, weil er befürchtet, dass sich die guten Lehrkräfte aus den Bildungseinrichtungen an sozialen Brennpunkten verabschieden könnten. Hochschulen sollten Kompetenzen vermitteln wie "Wie lerne ich lernen?" forderte Marion Bredebusch. Flexible Unterrichtsmethoden würden zu höherer Qualität in der Ausbildung führen.

Fazit: Der Umbruch der Hochschullandschaft mit dem Ziel mehr Wettbewerb und bessere Ausbildungsqualität ist unumgänglich.

© saarland.biz 2004

 

 

 

 

 

 

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