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Eine Podiumsdiskussion des Arbeitskreises Wirtschaft bei
kohlpharma in
Merzig
Die Landtagswahlen stehen vor der Tür, das merkte man
auch während der Podiumsdiskussion am 25. Mai in den
Räumen der Kohlpharma, zu der der Arbeitskreis Wirtschaft
e.V. eingeladen hatte. Unter der Leitung von SZ-Wirtschaftsredakteur
Lothar Warscheid diskutierten Bildungsminister Jürgen
Schreier, SPD - Hochschulexperte Peter Gillo, der bildungspolitische
Sprecher der FDP im Bundestag, Christoph Hartmann, Klaus Kessler
von den Grünen, sowie der Rektor der HTW, Prof. Dr. Wolfgang
Cornetz und Marion Bredebusch, die ein eigenes Bildungsinstitut
- GMK - in Saarbrücken leitet.
Die einführenden Worte gehörten Prof. Cornetz,
der eine exakte Beschreibung der Situation vornahm: "Deutschlands
Bildungssystem ist international nicht auf der Höhe der
Zeit. Es fehlen die notwendigen finanziellen Mittel und der
Wettbewerb der Hochschulen." Der Vergleich zwischen der
amerikanischen Elite-Universität Yale und der in Deutschland
am besten ausgestatteten Technischen Hochschule in Deutschland,
der TU München, liess manchen Zuhörer staunen: Pro
Student stehen in Yale 1500 Prozent mehr an Finanzmitteln
zur Verfügung. Um die Situation der Hochschulen zu verbessern,
sei die Einführung von Studiengebühren unumgänglich,
so Cornetz.
Dem widersprach Peter Gillo deutlich: "Bildung muss
auch für die sozial Benachteiligten möglich sein.
Die soziale Barriere wird durch die Einführung von Studiengebühren
weiter vertieft". Auch Bildungsminister Schreier sprach
sich für die Chancengleichheit aus, sah deren Entstehen
jedoch nicht erst im Studium, sondern bereits in der Schule
und im Elternhaus.
Christoph Hartmann forderte den freien Wettbewerb unter den
Bildungsinstitutionen und den Verzicht auf Verbeamtung von
Lehrern und Hochschullehrern. "Momentan ist es egal,
ob 5 oder 500 Studenten in einer Vorlesung sind - die Bezahlung
ist die gleiche". Es müssten neue Anreizsysteme
für mehr Leistung, mehr Dienstleistung an den Studenten
geschaffen werden. Das gehe nur, wenn die Hochschulen mehr
Autonomie erhielten.
Klaus Kessler, Vorsitzender der Gewerkschaft für Erziehung
und Wissenschaft (GEW), mochte den Qualitätsbegriff nicht
abhängig machen vom Status des Lehrers. Er bejahte den
Wettbewerb unter den Hochschulen. Für die Schulen selbst
lehnte er diesen ab, weil er befürchtet, dass sich die
guten Lehrkräfte aus den Bildungseinrichtungen an sozialen
Brennpunkten verabschieden könnten. Hochschulen sollten
Kompetenzen vermitteln wie "Wie lerne ich lernen?"
forderte Marion Bredebusch. Flexible Unterrichtsmethoden würden
zu höherer Qualität in der Ausbildung führen.
Fazit: Der Umbruch der Hochschullandschaft mit dem Ziel mehr
Wettbewerb und bessere Ausbildungsqualität ist unumgänglich.
© saarland.biz 2004
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