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Flirrend, verwirrend, schillernd: Schon das Wort Flirten
hat einen betörenden Klang. Doch die Kunst der leichtfüßigen
Annäherung fällt vielen schwer. Auf der Suche nach
der richtigen Haltung helfen zwei Flirtlehrer, Werner Szeimis
und Marion Bredebuschvom Institut-gmk, und drei Praxisberichte.
- Von Andrea Teupke-
Wenn Gregor eine Frau sieht, die ihm gefällt, starrt
er sie unverwandt an so lange, bis sie seinen Blick
erwidert. Dann muss er lachen und wendet schnell den Kopf
ab. Gregor ist neun Monate alt; in dem Alter ist Flirten ein
Kinderspiel, sozusagen. Doch die Leichtigkeit verliert sich.
Spätestens in der Pubertät, wenn aus strahlenden
Kindern picklige Jugendliche geworden sind, scheint nichts
schwieriger als dies: einen Menschen des anderen Geschlechts
auf sich aufmerksam zu machen. Und genau darum geht es beim
Flirten, folgt man dem Lexikon.
Wie jedes Spiel gelingt auch Betören und Betören-Lassen
umso besser, je weniger die Spieler sich um ihre Wirkung sorgen.
Eine schwere Übung für Jugendliche. Sie und
nicht sie allein plagen Hemmungen und Selbstzweifel:
Wie muss ich aussehen, damit
ich ankomme? Was soll ich sagen? Mögen
Jungen nur Mädchen mit großen Brüsten?
Warum wollen Mädchen immer Jungen, die witzig
sind?. Werner Szeimis, der für Pro Familia
in Frankfurt Flirtkurse anbietet, beobachtet große Unsicherheit.
Viele Jugendliche sind überrascht und erleichtert, wenn
sie im Kurs erfahren: Ich wirke gar nicht so komisch, wie
ich mich fühle. Ich komme viel besser an, als ich immer
denke.
Vielleicht ist das Geheimnis des Flirtens dies: Es gibt kein
Geheimnis. Kein Trick kann mangelnden Mut, kein Outfit fehlende
Offenheit ersetzen. Werner Szeimis jedenfalls vermittelt keine
Patentrezepte. Er macht Jugendlichen Mut, auf ihre eigenen
Gefühle zu achten: Gut flirten kann jemand, der
bei sich ist, der ist auch für andere interessant.
Sei spontan und sei du selbst, dann läuft es. Leicht
gesagt, schwer getan auch für Erwachsene. Warum
sonst könnten Frauenzeitschriften immer wieder dieselben
Ratschläge aufkochen, Männermagazine Anleitungen
zum Hasen-Jagen verfassen? Die Kommunikationstrainerin
Marion Bredebusch aus Saarbrücken hat in ihren
Flirtkursen für Erwachsene festgestellt: Die meisten
haben keinen Erfolg, weil sie zu verkrampft sind. Auch
sie rät: Sei du selbst! Erzwingen lässt sich nichts.
Denn Flirten ist eine Kunst, die nicht von Können kommt:
Leicht und fast absichtslos, selbstvergessen und hingegeben
an den Augenblick so kann der Zauber sich entfalten.
Wenn beide wollen: Gucken. Lachen. Weggucken. Guckt er?
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