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Homepage des Frauenbüros der Landeshauptstadt Saarbrücken

Es lebe der kleine Unterschied oder: Frauen und Geld- Frauen leben länger, aber wovon?

Frauenbeauftragte Petra Messinger lud zur ersten Frauenversammlung der weiblichen Beschäftigten ein

'Wer von Ihnen kann gut einparken?', 'Wer hat sich noch nie über zu viele Pfunde auf der Waage geärgert', 'Wer kann den eigenen Lohnzettel entziffern?' – über diese und ähnliche unerwartete Fragen wunderten sich die weiblichen Beschäftigten der Stadt Saarbrücken bei der ersten Frauenversammlung im evangelischen Gemeindezentrum in Saarbrücken. Die Frauenbeauftragte Petra Messinger und ihre Stellvertreterin Regina Schäfer-Maier hatten am 27. September in den gemütlich dekorierten Saal eingeladen. 'Es ist in der Vergangenheit etwas ruhig geworden um Frauenthemen bei der Stadt', erläuterte Messinger bei der Begrüßung der rund 100 anwesenden Gäste. 'Die Frauenversammlung soll dazu beitragen, das zu ändern. So sollen die Kontakte zwischen den Frauen und dem Frauenbüro, aber auch untereinander verbessert werden. Vielleicht gelingt es uns auch, hilfreiche Netzwerke zu etablieren', führte die Frauenbeauftragte aus. Darüber hinaus sollen die Veranstaltungen auch einen greifbaren Nutzen haben. 'Wir wollen frauenspezifische Informationen bieten zu Themen aus Lebens- und Arbeitswelt, die die Frauen interessieren', erklärte Petra Messinger.

Und so stand die erste Frauenversammlung ganz im Zeichen des Geldes. Bankkauffrau und Fachjournalistin Monika Schmitt und Moderatorin Marion Bredebusch führten unterhaltsam durch ein als eher schwierig geltendes Thema. Eine Gedankensammlung zu Beginn brachte zutage, was die anwesenden Frauen diesbezüglich bewegt: Von Existenzsorgen bis zur schieren Freude am Geldausgeben reichten die auf Karteikarten festgehaltenen Stichworte. Generell schätzten die Frauen ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet als positiv - eine erfreuliche Parallele zu ihrem Vertrauen in ihre Einparkfähigkeiten. Denn hier wie dort sei die eigene Einstellung oft ausschlaggebend für den Erfolg, vermittelte die Referentin mit einem Augenzwinkern. Überhaupt sei meist das Gefühl und nicht der Verstand maßgelblich bei finanziellen Entscheidungen, weshalb dieser Bereich auch entsprechende Beachtung verdiene.

Monika Schmitt empfahl den Anwesenden, sich so intensiv wie möglich um Informationen zu dem Thema zu bemühen und verwies auf die Stadtbibliothek als Informationsquelle erster Wahl: 'Die ist hervorragend ausgestattet, und viele der Bücher zum Thema Geld machen beim Lesen regelrecht Spaß.' Denn obwohl Geld uns alltäglich umgebe, sei unser Wissen dazu begrenzt.

Deutlich wurde das an einigen Schätzfragen, deren Lösung teilweise Verblüffung und Erheiterung hervorrief. So erfuhren die Frauen beispielsweise, dass der Zinseszins ein mächtiges, aber weithin unterschätztes Instrument ist. 'Es lebe der kleine Unterschied' galt denn auch als Motto in Bezug auf Zinssätze. 'Ein Kapital braucht bei einem vierfachen Zinssatz nur ein Viertel der Zeit, um sich zu verdoppeln', lautete eine der Erkenntnisse. So dauert es bei einer Spareinlage von 100 Euro bei einem Zinssatz von einem Prozent 72 Jahre, bis Zins und Zinseszins das Kapital auf 200 Euro erhöht haben. Bei einem Zinssatz von vier Prozent dauert es nur 18 Jahre, also nur ein Viertel der Zeit. Overhead-Folien zeigten verschiedene Kapitalverläufe auf und dokumentierten die enorme Bedeutung der Zinssätze.

Ein kurzer Streifzug durch das gesetzliche Rentensystem brachte die Notwendigkeit eigener Vorsorge zutage. In guten Zeiten für magere vorzusorgen, sei eine uralt bewährte und kluge Verhaltensweise, urteilte die Referentin. Deshalb sei zu empfehlen, staatliche Förderungen zum Aufbau der eigenen Altersvorsorge zu nutzen. Als Anlaufstelle zur Erstinformation nannte sie die Verbraucherzentrale, die kostenlose Informationsgespräche anbietet.

Marion Bredebusch sammelte zum Abschluss noch Themenwünsche der Anwesenden für kommende Frauenveranstaltungen. Sie reichen von der Auseinandersetzung mit Mobbing und anderen Problemen am Arbeitsplatz über Gesundheitsthemen, Karriereförderung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie bis zu rechtlichen Fragen und Weiterbildung im Alter.

Eines dieser Themen könnte im kommenden Jahr auf der Einladung von Petra Messinger zur nächsten Frauenversammlung stehen.


 

 

 

 

 

 

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