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Nachtcafé im SWR Fernsehen v. 9.11.2007

Rivalen

Wenn sich dabei alte Freunde plötzlich bis aufs Messer bekämpfen, ist es schon schlimm genug - doch manchmal sind sogar Geschwister die größten Rivalen. Während es bei Männern oft um einen äußeren Vergleich geht, wird Frauen untereinander ein eher subtiles Rivalitätsverhalten nachgesagt.

Manchmal werden aus Rivalen sogar Freunde, doch meist ist jede Versöhnung ausgeschlossen. Ist echte Rivalität nur negativ zu sehen? Oder ist es auch ein Motor, der einen voran bringen kann? Wie kann man lernen, mit Rivalität im Leben umzugehen?

Die Gäste:

Ute Vogt

Die Politik ist ein Haifischbecken, in der Rivalitäten zur Tagesordnung gehören - auch innerparteilich. Doch nur selten treten die Rivalen so offen gegeneinander an, wie im Jahr 2000 in Baden-Württemberg:
Damals wählte die SPD-Parteibasis in einer Urwahl ihren Spitzenkandidaten für die anstehende Landtagswahl. Zwei Kandidaten stellten sich zur Wahl: Die Landesvorsitzende Ute Vogt und der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Siegmar Mosdorf.

Siegmar Mosdorf

Auf vier Regionalkonferenzen stellten sie sich in Eintracht den SPD-Mitgliedern vor, behakten sich allerdings abseits der Rednerpulte. Während Siegmar Mosdorf seine Konkurrentin lapidar als "interessante Nachwuchspolitikerin" bezeichnete, bot Ute Vogt ihm vorneweg das Wirtschaftsministerium unter ihrer Herrschaft als Ministerpräsidentin an.

Marion Bredebusch

Wie fies Frauen sein können, wenn sie miteinander konkurrieren, hat Marion Bredebusch beim Kampf um einen ganz normalen Arbeitsplatz erlebt. Die Referentin einer Frauenbeauftragten fiel aus allen Wolken, als sie plötzlich bemerkte, dass ihre eigene Chefin gegen sie rivalisierte.
Die Vorgesetzte begann, Marion Bredebusch aus ihren Aufgaben zu drängen und systematisch zu mobben: "Sie hat versucht, mir das Leben zur Hölle zu machen - auch mit falschen Aussagen."

Thomas Born

Archaisch männliche Rivalität sieht anders aus: Thomas Born, einstmals bekannt als "Karate-Thommy", beherrschte als einer der führenden Köpfe einer der größten Banden in Deutschland über ein Jahrzehnt das Hamburger Rotlichtmilieu.
Neben seiner Tätigkeit als Bordellbetreiber, war er in der Branche der Mann fürs Grobe: "Ich war zuständig für den Bereich Stress." Rivalität wurde auf dem Kiez mit Fäusten ausgetragen.
Da hatte er als ehemaliger Karate-Europameister gute Karten - bis er 1982 in eine Schießerei geriet, in der zwei seiner Kumpels starben.

Bettina von Kleist

Bettina von Kleist war 24 Jahre verheiratet, als sie durch einen Zufall entdeckte, dass ihr Mann sie mit einem männlichen Nebenbuhler hinterging. Für sie brach eine Welt zusammen.
"Ich konnte mit der Situation nicht umgehen, dass mein Rivale ein Mann war. Es ist ja aberwitzig: Wir waren sehr lange verheiratet und immer wurde ja auch mein Körper geliebt. Und plötzlich soll das der falsche Körper sein?"
Bettina von Kleist kämpfte um ihren Mann, trennte sich aber dann doch von ihm, als sie einsah, dass sie den Kampf gegen diesen Rivalen verlieren würde.

Prof. Dr. Wolfgang Hantel-Quitmann

"Alle rivalisieren beständig, von der Kindheit bis zum Grabe", das ist für Prof. Dr. Wolfgang Hantel-Quitmann eine Binsenweisheit.
Und dennoch stellt der Professor für Klinische Psychologie und Familienpsychologie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg fest: "Rivalität scheint kein Thema zu sein.
Sie wird in der Psychologie genauso tot geschwiegen wie in der Öffentlichkeit. Dabei geht Rivalität doch jeden etwas an."

An der Bar:

Sebastian Schulte

Die jahrhundertealte Rivalität der englischen Eliteuniversitäten Cambridge und Oxford findet ihren stärksten Ausdruck in einer alljährlichen Bootsregatta: dem traditionellen Boat Race auf der Themse.
Der deutsche Weltklasseruderer Sebastian Schulte staunte nicht schlecht, als er 2005 zum ersten Mal im Achter für Cambridge startete: "Die Rivalität zwischen Cambridge und Oxford ist einzigartig. Am Anfang fand ich sie lächerlich und befremdlich, mittlerweile bin ich aber in das System reingewachsen."
Die Konzentration auf den einen Gegner beflügelte auch Sebastian Schulte: 2007 siegte er mit dem Cambridge-Achter über den Erzrivalen.

Sendetermin:

09.11.2007, 22.00 Uhr, Nachtcafé, SWR Fernsehen

 

 

 

 

 

 

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